Leidest du an Selen-Mangel? So erkennst du ihn und das kannst du tun.

Leidest du an Selen-Mangel So erkennst du ihn und das kannst du tun.

Ein Selen-Mangel bedeutet: Wir führen dem Körper zu wenig Selen zu. Es gehört zu den essenziellen Spurenelementen und kann somit von unserem Organismus nicht selbst produziert werden. Wir müssen es über unsere Nahrung oder über Supplemente zu uns nehmen.

Wenn die Böden selenärmer sind – z. B. in Teilen von China – ist ein Selen-Mangel wahrscheinlicher. Ebenso sind Menschen mit einer veganen Ernährung gefährdet, an einem Selen-Mangel zu leiden.

Dabei sind viele Prozesse abhängig von Selen. Die Enzyme der Gruppe mit dem komplizierten Namen Glutathionperoxidasen „verarbeiten“ oxidativen Stress und ohne Selen gäbe es sie nicht. Ebenso sind einzelne Enzyme der Schilddrüsenhormone von Selen abhängig.

Insgesamt spielt der Nährstoff  in unserem Stoffwechsel eine sehr große Rolle, die erst spät so richtig erforscht wurde. Manche Vorgänge sind noch immer nicht genau bekannt. Man weiß nicht genau, was ein Selenmangel auf einzelne Organsysteme bedeutet. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind hier noch widersprüchlich. So funktioniert Selen als Therapie – von der Ärztin oder dem Arzt verordnet – bei manchen Krankheiten, obwohl die eigentlich nichts mit einem Selenmangel zu tun haben.

Gleichzeitig gibt es jedoch auch keine einheitlich festgelegten Grenzen, wie viel Selen gesunde Menschen täglich zu sich nehmen sollten.

Aber woher kommt der Selen-Mangel? Was passiert, wenn ein solcher vorliegt? Was kann man dagegen tun? Schritt für Schritt führt dich dieser Artikel durch die Antworten auf diese drei Fragen.

Die Ursachen eines Selen-Mangels

Die üblichen Ursachen eines Selen-Mangels könnte man für die meisten Mängel festmachen. Die Unterversorgung kann auf eine sehr einseitige Ernährung oder auf sehr selenarme Lebensmittel zurückzuführen sein.

Ebenso können eine krankheitsbedingte schlechtere Aufnahme von Selen (eine Malabsorption) und auch Wechselwirkungen mit Medikamenten die Ursachen sein. Diese Personengruppen kann man folgendermaßen zusammenfassen. Es betrifft Menschen,

  • die in Regionen mit selenarmen Böden leben,
  • die sich vegan ernähren oder
  • die aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes künstlich ernährt werden.

Menschen, die sich vegetarisch ernähren, haben bei einer ausgewogenen Ernährung üblicherweise genug verschiedene Lebensmittel, um sich ausreichend mit Selen zu versorgen.

Es kommen auch folgende Faktoren, Erkrankungen und Therapien hinzu, die die Aufnahme von Selen verringern und somit einen Selen-Mangel hervorrufen können:

  • übermäßiger, regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Dialyse
  • Anorexia nervosa (Bulimie) oder anhaltendem Hunger
  • anhaltender Durchfall
  • Verdauungsstörungen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • eine übermäßige Ausscheidung von Proteinen (Proteinurie)
  • Nephrotisches Syndrom (Erkrankungen im Nierenkörperchen)
  • negative Stickstoffbilanz
  • Diabetes insipidus
  • Behandlung mit harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika)
  • starken Blutungen bei Hämorrhoiden
  • starker Menstruation
  • langfristiges Stillen
  • schwere Verbrennungen
  • Verletzungen

Das sind Symptome bei einem Selen-Mangel

Bei Selen-Mangel hast du zu wenig von den oben erwähnten Enzymen, die ohne den wertvollen Mineralstoff nicht ausreichend produziert werden. In dem Fall versorgt dein Körper laut ersten Studienergebnissen hauptsächlich das Gehirn, Hormondrüsen und Keimdrüsen (auch als Geschlechtsdrüse bekannt) mit Selen.

Bei Entzündungen verteilt der Körper das Spurenelement wieder ganz anders. Hier wird es plötzlich aus dem Blut in andere Bereiche wie die Muskulatur geleitet.

Hier stößt man an die Grenzen der Forschung. Man weiß weder genau, warum der Körper das macht, was das bedeutet und was für Auswirkungen unser Körper damit durchlebt.

Die Symptome, die du an deinem Organismus erkennst, liegen somit daran, dass Teile deines Körpers nur mehr schlechter funktionieren, weil ihnen die Enzyme fehlen, die ohne Selen nicht ausreichend erzeugt werden können.

Du spürst also nicht das Selen, das dir fehlt. Du spürst die fehlenden Enzyme, die nicht entstehen können, weil dazu Selen fehlt.

Eine typische Heilwirkung, die gerne von Nahrungsergänzungsmitteln behauptet wird, ist noch nicht geklärt. Ob durch Selen entsprechende Enzyme entstehen, die Krebs verhindern, ist einfach noch nicht vollständig erforscht. Das kann man nicht seriös versprechen.

Vielmehr sind es Veränderungen der Nägel, eine schuppige Haut oder Blutarmut, die du bei Selenmangel erleben kannst. Andere Symptome sind beim Mann eine verringerte Qualität des Spermas oder bei allen Menschen Leberschädigungen, Wachstums- und Knochenbildungsstörungen oder Störungen der Muskulatur.

Auch Kinder brauchen Selen – wenn auch etwas weniger als Erwachsene. Bei Mangel kann es aber zu Knochen-, Knorpel und Gelenkserkrankungen kommen. Auch Extremfälle wie die Kaschin-Beck-Krankheit (landläufig als „Zwergwuchs“ bekannt) wurden auf einen Selenmangel zurückgeführt.

Neben den folgenden drei großen möglichen Symptomen eines Selenmangels, gibt es eine Vielzahl anderer Anzeichen:

  • Wachstumsstörungen
  • Störungen des Nervensystems
  • Reproduktionsstörungen
  • Störungen des Immunsystems
  • Lebernekrose (Absterben von Leberzellen)
  • Blutarmut

Der Selen-Mangel und die Auswirkungen auf die Muskulatur

Warum genau die Muskulatur geschädigt wird, ist ebenso noch unklar. Wahrscheinlich ist Selen nur ein Teil der Erklärung und Infekte oder andere Faktoren haben hier ein Wörtchen mitzureden.

Es kann zur Myopathie kommen: Das ist eine Muskelerkrankung, die deine Muskulatur im Körper schwächer werden lässt. Dadurch kann es auch dazu kommen, dass dein Bewegungsapparat nicht mehr gut genug funktioniert: Du kannst dann nicht mehr normal gehen.

Bei Veränderungen der Muskulatur wird man aber auch an anderer Stelle hellhörig: beim Herz. Die Herzmuskulatur kann ebenso unter einem Selenmangel leiden Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche können Folgen davon sein.

Die Herzkrankheit, die man häufig im Zusammenhang mit Selen-Mangel liest, ist die Keshan-Krankheit. Es handelt sich um eine Herzschwäche, bei der Teile der Herzmuskulatur absterben. Namensgebend ist übrigens das Gebiet Keshan im Nordosten von Chinas, das sehr selenarme Böden hat. Bei dieser Krankheit hilft eine Zugabe von Selen nachweislich.

Bei koronaren oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es derzeit jedoch noch keine einheitliche Forschungslage. Einstweilen wird bei diesen Krankheiten deswegen nicht zu selenhaltigen Präparaten geraten.

Hashimoto, die Schilddrüse und der Selen-Mangel

In der Schilddrüse befindet sich besonders viel Selen. Dort hat es drei wichtige Aufgaben.

Selen ist einerseits für die Umwandlung von Thyroxin in das viel wirksamere Trijodthyronin verantwortlich. Fehlt Selen, kommt es zu einer Mangelversorgung des Hormons. Das ist vergleichbar mit einer Hypothyreose, also einer Schilddrüsenunterfunktion.

Im selben Atemzug wie die Schilddrüsenunterfunktion wird auch gerne Morbus Hashimoto, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, genannt. Diese Krankheit und auch eine Schilddrüsenschwellung (Struma oder gerne auch „Kropf“) kann auf Selenmangel zurückgeführt werden.

Selen wird außerdem für die Schilddrüsenhormone gebraucht, die oxidativen Stress bekämpfen. Dadurch können Zellen geschädigt werden und das kann zu weiteren Schilddrüsenkrankheiten führen (Karzinome oder Atrophie)

Wie den Selen-Mangel ausgleichen? So viel kannst du tun.

Einem Selen-Mangel entgegenzusteuern ist aus einem Grund gar nicht so einfach: Er kann nur schwer gefunden werden. Vor allem kann er nicht aufgrund von einzelnen Symptomen diagnostiziert werden. Hier helfen nur Tests von Ärztinnen und Ärzten.

Insgesamt ist der beste Ausgleich eines Selen-Mangels die Vorbeugung: Es soll erst gar nicht zum Selen-Mangel kommen. Eine ausreichende Aufnahme funktioniert entweder über Supplemente oder durch eine tägliche Versorgung über die Nahrung. Je nach Bodenverhältnissen im Land braucht man hier Zusätze oder nicht. Im deutschsprachigen Raum sind wir normalerweise gut versorgt. An die selenhaltigen Böden der USA kommen wir jedoch nicht heran.

Insgesamt gibt es also eine ganze Reihe an Symptomen. Die sind jedoch keine Garantie, dass auch ein Selen-Mangel vorliegt.

Solltest du zu den oben erwähnten Gruppen gehören (Veganer*in, Verdauungsstörung oder einer der anderen Faktoren) oder an einem oder mehreren Symptom leiden, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, deine Ärztin oder deinen Arzt zu fragen, ob ein Selenmangel vorliegt.

Insgesamt können eine bewusste Ernährung oder Supplemente hier viel vorbeugen.

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