Was ist Selen und warum braucht das unser Körper. Alles in 7 Minuten Lesezeit

Was ist Selen und warum braucht das unser Körper. Alles in 7 Minuten Lesezeit

„Das Spurenelement Selen ist wichtig.” „Selen ist lebensnotwendig.” „Selen ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt.” Das und noch so einiges liest man über Selen. Kurz: Selen ist wichtig. Aber was ist dieser Stoff und warum brauchen wir ihn?

Die Lebensnotwendigkeit von Selen kann man ruhig wörtlich nehmen. Es ist essenziell, d. h. unser Körper kann das Spurenelement nicht selbst herstellen. Wir müssen es unserem Stoffwechsel von außen zuführen – sprich über die Nahrung oder Supplemente.

Es ist an unzähligen Reaktionen im Körper beteiligt. Dass Selen die Schilddrüsenhormone reguliert, ist wahrscheinlich am bekanntesten. Es ist außerdem beim antioxidativen Schutzsystem gegen die freien Radikale nicht wegzudenken. Selbst die Fruchtbarkeit des Mannes hängt stark vom Selenhaushalt ab.

Insgesamt ist Selen häufig in einzelnen Nahrungsmitteln zu finden. Die Krux liegt aber in der Menge, denn die Dosis kann ziemlich weit schwanken. Lebst du vegan oder vegetarisch, musst du besonders aufpassen: Bei pflanzlichen Nahrungsmitteln gibt es große Schwankungen, was den Selengehalt angeht. Dieser wird nämlich stark vom Boden beeinflusst.

Gehen wir aber alle Fragen der Reihe nach durch:

  • Was ist Selen?
  • Für was ist Selen gut?

Was ist Selen?

Selen braucht man nicht nur für Glas, Pigmente und Photozellen. Es wird dafür zwar meist aus Metallsulfid-Erzen gewonnen, aber Selen kommt genauso als essenzielles Spurenelement vor und ist für Menschen, Tiere und auch Bakterien notwendig. In höheren Dosen ist Selen aber giftig. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil der Unterschied zwischen einem Selenmangel und einer toxischen Konzentration im Körper sehr gering ist. Man muss bei der Zufuhr also entsprechend aufpassen und kontrollieren. Die Toxizität – wie giftig das Element ist – hängt aber auch von der chemischen Bindungsform ab.

Zum Beispiel ist gasförmiges Selen – Selen in Form von Selenwasserstoff – giftig und nicht zum Verzehr bestimmt.

Selenomethionin ist hingegen ein organischer Stoff, der für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen ist. Hier wird Selen durch die Zucht von Brauhefen auf dem Nährmedium Natriumselenit hergestellt. Natriumselenit wird auch in der Medizin z. B. bei Verdauungs- und Verwertungsstörungen eingesetzt.

Selen ist in Organismen hauptsächlich in der Aminosäure Selenocystein enthalten. Das kann ein Teil des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase oder der vielen anderen Selenproteine sein. Das Selenocystein kommt hauptsächlich in Tieren, Bakterien oder Mikroben vor. Pflanzen bauen Selen einfach in andere Aminosäuren ein. Ausnahme sind die Selensammlerpflanzen, wie die Paradiesnuss, die Selen als wasserlösliches Selen oder Salz speichern.

Insgesamt sollten in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut Studien Männer 70 Mikrogramm, Frauen 60 Mikrogramm und stillende Frauen 75 Mikrogramm Selen täglich zu sich nehmen. Außerdem soll die Gesamtaufnahme 300 Mikrogramm pro Tag nicht überschreiten.

Je nach Studie treten Vergiftungserscheinungen erst ab 400 Mikrogramm oder erst ab 3000 Mikrogramm pro Tag auf. Bei letzterer Dosis sind es aber schon drastische Symptome.

Da unsere Selenversorgung stark vom Boden abhängig ist, muss man sich auch Europas Böden genauer ansehen. Im Vergleich zu den USA ist bei uns die Selenversorgung aufgrund des Bodens schon überwiegend sichergestellt. In einigen Gebieten mit einem selenarmen Boden kann das aber abweichen.

Für was ist Selen gut?

Kurz kamen schon die freien Radikale zur Sprache. Selen ist ein großartiger Schutz vor oxidativer Zerstörung: Es ist also ein sogenannter Radikalfänger. Das Selenocystein ist für den Abbau von Oxidantien unersetzlich.

Auf diese Mitwirkung beim Abbau der Oxidantien begründen sich auch einige Symptome bei einem Selenmangel. Es werden weniger Oxidantien „gefangen”, weshalb es zum Beispiel zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen kann.

Selen ist außerdem für die Schilddrüse wichtig. Bei zu wenig Selen kann es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommen.

Das Spurenelement Selen wird im Dünndarm aus der Nahrung ins Blut aufgenommen und in der Skelettmuskulatur gespeichert. Man findet es aber auch Selenspuren in Nieren, Herz, Leber, natürlich im Blut und auch im Gehirn. Es wird auch über die Nieren bzw. den Urin ausgeschieden.

Man kann insgesamt sagen, dass Selen dazu beträgt oder eben dafür gut ist:

  • für eine normale Schilddrüsenfunktion
  • für ein normal funktionierendes Immunsystem
  • für eine normale Spermabildung
  • für die Erhaltung normaler Haare
  • für die Erhaltung normaler Nägel
  • für den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress

Bis vor einiger Zeit wurde vermutet, dass Selen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt und vor Krebs schützen könnte. In größeren Studien wurden die Schutzfunktion vor kardiovaskulären Erkrankungen aber widerlegt: Selen schützt hier also nachgewiesen nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Krebs konnte bis jetzt noch keine Schutzfunktion nachgewiesen werden.

Insgesamt solltest du den eigenen Selenhaushalt also mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens abklären. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen kann eine regelmäßige Einnahme von Supplementen nämlich sinnvoll sein. Das wären Menschen, die:

  • sich vegan ernähren,
  • eine Dialyse bekommen,
  • an Essstörungen leiden,
  • die an Krankheiten leiden, die die Aufnahme von Nährstoffen im Darm beeinträchtigen.

Selen als Radikalfänger und für die Schilddrüse

Insgesamt kann man also sagen, dass Selen für uns unverzichtbar ist. Unser Körper braucht das Spurenelement als Radikalfänger. Ebenso ist eine normale Funktion der Schilddrüse nicht ohne Selen möglich.

Insgesamt sieht die Versorgung im deutschsprachigen Raum aber ganz gut aus. Für manche Personengruppen kann es jedoch zu einem Selenmangel kommen.

Es heißt also, den Selenhaushalt im Auge zu behalten!

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