Vitamin D Überdosierung: Wie du sie erkennst und verhinderst

Vitamin D Überdosierung- Wie du sie erkennst und verhinderst

Inge leidet seit mehr als einer Woche an ständiger Müdigkeit. Sie fühlt sich schwach, abgeschlagen und hat merklich weniger Appetit. Was klingt wie die Symptome einer x-beliebigen Krankheit, hat einen ganz bestimmten Grund: Inge leidet an einer Vitamin D Überdosierung.

Doch wie ist es dazu gekommen und wie kannst du eine derartige Überdosierung des Vitamins vermeiden?

Neben Müdigkeit und Schwäche kann zu viel Vitamin D ein breites Spektrum an Folgen hervorrufen. Das macht eine Diagnose oft schwierig.

Daher ist es umso wichtiger zu verhindern, dass es überhaupt zu einem Vitamin D Überschuss kommt. In den meisten Fällen ist man nämlich selbst dafür verantwortlich. Aber später mehr dazu.

Beginnen wir am Anfang: Wie viel Vitamin D brauchen wir überhaupt und ab wann spricht man von einer Überdosierung?

Ab wann ist es zu viel Vitamin D?

Wer im Supermarkt oder in der Apotheke schon mal einen Blick auf Vitamin D Supplemente geworfen hat, der oder dem ist sicherlich die Maßeinheit „IE“ untergekommen. Wieviel von dem Vitamin in einem Produkt enthalten ist, wird nämlich meist in internationalen Einheiten (IE) angegeben. Eine solche Einheit entspricht dabei 0,025 µg (Mikrogramm).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Kinder und Erwachsene etwa 20 µg Vitamin D als angemessene tägliche Zufuhr. Umgerechnet sind das etwa 800 IE.

Hierbei sei angemerkt, dass diese Zufuhr nur bei fehlender endogener Synthese, also wenn man etwa aufgrund fehlender Sonneneinwirkung selbst kein oder nur wenig Vitamin D produziert, empfohlen wird.

Außerdem ist Vitamin D nicht gleich Vitamin D. Die Werte der DGE beziehen sich in erster Linie auf Cholecalciferol oder Vitamin D3 – Die „aktivierte Form“ des Vitamin D, Calcitriol, wirkt nochmal ein ganzes Stück effektiver. Nimmst du Calcitriol direkt auf, gelten daher auch geringere Mengen für die unbedenkliche tägliche Zufuhr.

Um eine schädliche Überdosierung mit Vitamin D3 zu erreichen, braucht es eine weitaus größere Menge. Der täglich noch unbedenkliche einnehmbare Höchstwert für Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist laut Wissenschaft bei etwa 100 µg, also 4000 IE anzusetzen.

Doch was genau heißt „unbedenklich“ in diesem Zusammenhang?

Schauen wir uns an, wie sich eine Überdosierung von Vitamin D auf unseren Körper auswirkt.

Die Symptome einer Vitamin D Überdosierung

Zu viel Vitamin D ist vor allem problematisch, weil das Vitamin die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Phosphaten fördert. Durch eine Überdosierung steigt daher automatisch auch der Calcium-Spiegel im Blut, was wiederum zu Problemen für Knochen und innere Organe führt.

Die Symptome sind weitreichend:

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit, Erschöpfung und Muskelschwäche
  • Psychische Reizbarkeit und Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Dehydrierung und ständiges Durstgefühl
  • Verstopfung
  • Erbrechen und Durchfall
  • Nierensteine und Nierenschäden

Da wir Vitamin D oft über längere Zeit im Körper speichern, bevor es vom Stoffwechsel verwendet wird, treten die Symptome manchmal erst mehrere Monate nach einer exzessiv hohen Einnahme auf. Das kann eine Diagnose schwierig machen.

Aus diesem Grund solltest du bei Verdacht auf eine Überdosierung unbedingt deinen Arzt oder deine Ärztin aufsuchen, die dir mit einem Bluttest Gewissheit verschaffen können.

Wie erfolgt die Behandlung?

Wie du siehst, kann eine Vitamin D Überdosierung zu ernsten Schäden an Organen führen und sollte daher nicht unterschätzt werden.

Ist die Überdosierung einmal festgestellt lässt sie sich allerdings relativ effektiv behandeln. Das passiert meist über eine Calcium-arme Diät und die Gabe spezieller Steroidhormone. Durch diese Therapie klingen die Beschwerden in der Regel innerhalb eines Monats wieder vollständig ab.

Wie immer ist die beste Gegenmaßnahme aber, eine Überdosierung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Hierfür muss man zuerst um die Gründe für Überdosierungen Bescheid wissen.

Was sind die Ursachen einer Überdosierung von Vitamin D?

Obwohl Vitamin D in geringeren Dosen auch in Lebensmitteln enthalten ist, decken wir den Großteil unseres Bedarfs durch die Sonne. Der Prozess bei dem das Vitamin in unserem Körper aus dem Sonnenlicht erzeugt wird, ist dabei bemerkenswert: Licht wird von der Haut aufgenommen und über mehrere Zwischenstufen in verwertbares Vitamin D umgewandelt. Das funktioniert sogar so gut, dass überschüssiges Vitamin D über den Stoffwechsel wieder ausgeschieden wird.

Dein Körper reguliert sozusagen die Aufnahme von Vitamin D völlig automatisch. Zu viel Vitamin D nur durch Sonnenlicht aufzunehmen, ist somit schlicht und ergreifend nicht möglich. Viel eher liegen die Gründe für eine Vitamin D Überdosierung bei falsch verwendeten Nahrungsergänzungsmitteln.

Doch nicht nur bei Supplementen solltest du aufpassen: Auch der zu ergiebige Verzehr von Lebensmitteln, die mit Vitamin D angereichert wurden, kann zu einem schädlichen Vitamin D Spiegel führen.

Bei sachgemäßem Umgang mit diesen Produkten lässt sich eine Überdosis allerdings gut vermeiden.

So kannst du zu viel Vitamin D vermeiden

Sachgemäßer Umgang heißt bei Nahrungsergänzungsmitteln in erster Linie die Verzehranweisungen zu kennen und dementsprechend zu beachten. Denk also immer daran, dir die Packung oder den Beipackzettel durchzulesen, bevor du mit der Einnahme beginnst.

Bedenke außerdem, dass es verschiedene Formen von Vitamin D zum Einnehmen gibt und die empfohlene Dosis je nach Form variiert. Zur Erinnerung:

  • Die meisten Supplemente enthalten Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt.
  • Empfohlene Tagesdosis: ~ 20 µg oder 800 IE
  • Obergrenze zur noch unbedenklichen täglichen Einnahme: ~100 µg oder 4000 IE
  • Enthält ein Supplement Calcitriol, gelten andere Richtwerte

Es gibt außerdem Studien, die nahelegen, dass die negativen Effekte von zu viel Vitamin D mit einem damit einhergehenden Mangel an Vitamin K zu tun haben. In einem Tierexperiment dessen Resultate 2016 im Turkish Journal of Medical Sciences veröffentlicht wurden, konnte bereits bestätigt werden, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin K mit Vitamin D die Effekte einer Überdosierung zu mindern scheint. An Menschen wurde das bisher allerdings noch nicht erforscht.

Gerade was Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Vitaminen und Nährstoffen angeht, steht die Wissenschaft noch vor so einigen Fragen. Neben dem verantwortungsvollen Umgang mit Supplementen ist es daher auch nach wie vor wichtig, auf den eigenen Körper zu hören. Bei Anzeichen einer Überdosis kann dir dein Arzt oder deine Ärztin gezielt weiterhelfen.

Eine Idee zu “Vitamin D Überdosierung: Wie du sie erkennst und verhinderst

  1. Despina sagt:

    Ich finde es super, dass ihr hier auch mal die Perspektive der Überdosierung von Vitamin D thematisiert. Wichtig ist einfach, dass alle Stoffe dem Körper in Maßen zugeführt werden. Supplemente helfen und gehören auch für mich zu einem gesunden Lebenstil dazu. Aber zu viel ist eben auch nicht gut, das darf man nicht vergessen.

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